Die GrapperiaDie Grapperia

Es gibt Orte, die ohne Annahme irgendeines offiziellen Charakters oder Bestimmung zu besonderen Funktionen mit Recht in die Geschichte eingehen. Ein solcher Fall ist die Grapperia der Familie Nardini an der Brücke von Bassano, die seit 1779 über zwei Jahrhunderte Geschichte als Protagonist erlebte – jene Geschichte, die das Schicksal Europas verändert hat. Man stelle sich nur vor: Sie wurde im Schatten der Republik Venedig, der “Serenissima”, gegründet, aber schon bald kündigten sich große Veränderungen an, die sie mehr als jeden anderen Ort der Stadt mitten ins Geschehen rückten. 1797 begannen die Franzosen, die großen Kupferkannen voll Grappa zu leeren; später dann die Österreicher, als Napoleon Venetien gegen die Lombardei eintauschte; und wieder die Franzosen bis zur Niederlage von Waterloo – und schließlich über ein halbes Jahrhundert lang erneut die Österreicher bis zum Anschluss an das junge Königreich Italien im Jahre 1866. Sie selbst aber blieb über die Zeit hinweg stets unverändert, so dass sie mit vollem Recht zu den “Locali Storici d’Italia”, den historischen Lokalen Italiens, gehört.

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